Wenn der Container über Bord geht – ist der Content auch hinüber

TV, Zeitungen und Zeitschriften hatten früher einen eigenen exklusiven Kanal oder auch Container. Terrestrisches Signal oder bedrucktes Papier in diesem Container waren die Formate und Inhalte gefangen. Die Kernleistung der sogenannten Medienunternehmen bestand darin den Container regelmäßig und vor allem dauerhaft zu befüllen und Just-in-Time an eine disperse (oder bei Abonnenten halb-disperse) Masse zu transportieren. Die einen schneller (TV) die anderen langsamer.

Programm statt Inhalt, Distribution statt Kommunikation. Auf diese Formel kann man die eigentliche wertschöpfende Leistung von TV-Sendern und Zeitungs- und Zeitschriften-Verlagen reduzieren.

Der Wert der Unternehmen liegt damit nicht im Inhalt, sondern in der Beherrschung des Kanals begründet. Zugleich war das Erlösmodell fest mit dem Container verbunden. Es wurde nie der einzelne Inhalt verkauft, so wie im Kino oder bei einem Buch, sondern immer nur die dauerhafte Dienstleistung Inhalte zu selektieren, zu beschaffen zu bundeln und für den Container passend zu gestalten.

Im Internet ist der Kanal hinfällig, weil nun alle Inhalte über einen Container distribuiert werden können und damit löst sich das spezifische Erlösmodell des Kanals mit auf. Wenn aus einem Brief eine E-Mail wird, dann ist die Idee den Umschlag zu bepreisen schlicht und einfach passeé.

Leider suchen die meisten Verlage und auch TV-Sender immer noch nach einer Möglichkeit das alte Container-Modell auf den neuen Container zu übertragen. Nur ist der Container im Internet eine Dienstleistung, die explizit neu gedacht und konfiguriert werden muss.

Sieht man sich mal Spotifiy an, dann erkennt man das ganz gut. Eigentlich ist Spotifiy sehr nahe am Modell der Radiosender positioniert. Spotify bietet Musikstreams an und keine einzelnen Musikstücke. Spotifiy verkauft daher auch keine Musik, sondern bietet als Premium-Variante Dienstleistungen an.

Ganz anders gehen Zeitungsverlage vor, wenn sie ein Paid-Modell einführen wollen: Sie versuchen tatsächlich Content zu verkaufen und das in dem alten „Abo-Modell“. Nur müsste dann die inhaltliche Leistung dauerhaft so gut und exklusiv sein, dass die Nutzer permanent den Wert der Inhalte erkennen. Nur ist diese Messlatte ziemlich hoch und extrem gefährlich.

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