Der größte Club der Welt – warum sich die Güterökonomie durchs Internet fundamental ändert

Kennen Sie den Begriff „Tal der Ahnungslosen“? Dies waren Gebiete in der ehemaligen DDR, die aufgrund topographischer Gegebenheiten West-Fernsehen nicht empfangen konnten.

Dies zeigt, warum viele Medienmanager noch heute glauben, dass TV oder Hörfunk aber auch Zeitungen und Zeitschriften als quasi-öffentliche Güter betrachtet werden: Man kann Menschen nicht vom Konsum ausschließen, nicht einmal die damalige DDR-Regierung hat es geschafft, also kann es ein Unternehmen schon gar nicht schaffen.

Angeblich hat nun das Internet diese öffentlichen Verhältnisse sogar noch verstärkt. Alles ist freizugänglich und kostenlos.

Nur ist das eine grundlegend falsche Annahme.

Früher waren die technischen Kosten einfach zu hoch, um tatsächlich Zuschauer oder Mitleser vom Konsum auszuschließen. Es gab nur ein Signal für alle und wenn jemand die Zeitung irgendwo liegen ließ, konnte man den zweiten Leser nicht davon abhalten die Zeitung kostenlos zu nutzen.

Nun sinken die Kosten, Dank des Internets, User vom Konsum auszuschließen. Wer etwas nutzen will, der muss sich eben vorher registrieren. Anbieter die keine Registrierung verlangen und alles zugangsfrei offerieren, die  machen dies freiwillig und nicht weil es  keine andere einfache Möglichkeit gäbe. Dies ist ein entscheidender Unterschied

Technologisch gesehen sind heute alle Online-Angebote „Clubgüter“. Facebook, twitter, Amazon, in großen Teilen Google, iTunes (bzw. die gesamte Apple Welt) verlangen Registrierungen, um die Plattformen nutzen zu können (oder wie bei Amazon die wirklichen Kernfunktionen). Nur das Kernleistungsangebot der Medien ist noch völlig zugangsfrei.

Und wenn, wird immer gleich die Registrierung mit dem Bezahlen verbunden – Paid Content heißt dies dann.

Aber die Tatsache ob jemand für ein Leistungsangebot bezahlt oder nicht, hat nichts mit der Gütereigenschaft zu tun und die hat sich durch neue Technologien von einem rein öffentlichen Gut zu einem Clubgut hin entwickelt.

Nur muss man die Menschen von seinem Club eben zuerst überzeugen und nicht gleich zur Kasse bitten.

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