Mein Jogurt hat ne Ecke – mein iPhone hat ne App

Was sind eigentlich Apps? Eine völlig neue Ökonomie, werden manchen schreien. Dabei ist es ziemlich trivial was Apps und die entsprechenden App-Stores eigentlich darstellen. Es sind die Saucen zu den Pommes und der App-Store ist der Spender an der Ausgabetheke.

Apple bietet Pommes und Würstchen an und die App-Anbieter füllen die Spender, damit das Würstchen und die Pommes nach individuellen Bedürfnissen angepasst werden können und jedem schmecken.

„Pommes Schranke“ für den einen und „Pommes rot“ für den anderen.

Apps sind und waren schon immer die Saucen, die aus einem dummen PC eine smarte und individuelle Maschine gemacht haben.

Nur wurden früher die Anwendungen und Inhalte unabhängig von den Hardware-Herstellern und den Betriebssoftware-Entwicklern angeboten und vertrieben.

Apple hat dieses unabhängige und lose Kooperationsnetzwerk fest miteinander verbunden. So wie das berühmte Jogurt „die Ecke mit was drin“ anbietet, so hat auch Steve Jobs mit dem App-Store nichts anderes gemacht, als dem Kunden eine Ecke zum iPhone und dem iPad hinzuzufügen. Nur das die Ecke von ganz vielen Anbietern befüllt werden kann. Jeder so wie er es wünscht.

Die App-Anbieter füllen diese Ecke nun und steigern so den Wert des Angebotes aus Kundensicht.

Der App-Markt bildet damit ein sogenanntes Komplementoren-Netzwerk ab. Ein Komplementor ist ein Anbieter, dessen eigenes Angebot das Produkt eines anderen Unternehmens, sagen wir A, ergänzt. Aus Sicht des Kunden steigt in der verbundenen Nutzung beider Angebote der Wert des Produktes A.

Die Frage stellt sich nur, ob es aus Anbietersicht so schlau ist, nur noch die Ecke bei Apple und vielleicht noch bei Google Play zu füllen, denn die Handlungsfreiheit bei der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle wird dadurch ziemlich eingeschränkt.

Grundsätzlich zeigt aber das App-Thema wieder einmal sehr schön, wie im digitalen Markt alles verkompliziert, dann eigenständig besprochen und diskutiert wird.

Ich freue mich auf eine Konferenz auf der Kühne, Kraft und Co jahrelang darüber diskutieren, ob der Ketchupspender im McDonalds-Restaurant eine eigene Ökonomie abbildet und wie man um diesen Spender herum eigene Geschäftsmodelle etablieren kann.

Den Pommes und den Kunden wird es egal sein, solange es die Saucen gibt. Und dass eine feste Bindung nicht das Erfolgsrezept sein muss, beweist gerade Samsung, die mit dem alten unabhängigen Modell wesentlich erfolgreicher sind als Apple.

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