„König ohne Reich“ oder das Content Dilemma

Content ist King, schon immer! Aber der King ist leider auch nur noch ein repräsentativer Monarch und in den meisten Ländern ganz abgeschafft. Aber die Nachfolger gibt es ja immer noch, die Hohenzollern und Habsburger dieser Welt.

Ganz so scheint es auch im digitalen Königreich des King Content zu sein. Immer noch da, von vielen verehrt, bei zahlreichen Veranstaltungen repräsentativ hergezeigt, aber dafür zahlen will keiner, oder doch?

Die Schlösser des King Contents werden inzwischen von den Verlagen wieder verbarrikadiert und die Bezahlschranken wieder hochgezogen.

Um den guten alten Content wird gleich ein ganzes digitales Geschäftsmodell drumherum gebaut.

Freemium, Metered, PayperClick oder doch lieber nur eine freiwillige Spende, alles ist möglich, beim Bau des neuen „Luft-Schlosses“ Neuzahlstein.

Aber wofür soll der Kunde denn nun zahlen? Ach ja, für Content.

Und was ist das dann ganz genau?

Ein wunderbares Allerweltswort, so wie „Zutaten“ beim Kochen oder „Trauben“ beim Wein.

Nur, so wenig wie eine Traube ein Wein ist und schon lange kein guter, so wenig hilft der Begriff Content, bei der Diskussion um Paid Modelle weiter.

An den Begriff einfach den Zusatz „Qualität“ zu heften, macht den Content auch nicht wertvoller.

Die Diskussion um Paid Content ist ein bisschen so, wie wenn ein Vinzer, bei dem die ganze Ernte noch am Rebstock hängt, zuerst darüber diskutiert, welches Kassensystem das sinnvollste ist, welche Kreditkarten akzeptiert werden sollen und ob der Kunde gleich ein Hektoliter kaufen muss, oder doch nicht besser pro Gläschen abkassiert wird. Wie gut der Wein wird, wie viel davon zur Verfügung steht, was die Konkurrenz macht und ob überhaupt noch Wein getrunken wird? Egal denn „gesoffen“ wird immer.

Die Verlagsmanager und Chefredakteure gehen davon aus, dass Content an sich wertvoll ist und man eben nur die Kassensysteme dafür braucht. Aber Inhalte zu verkaufen ist ganz besonders schwer.

  1. Es gibt nicht den „Content“
  2. Jedes „Medien-Produkt“ ob Film, Buch, Fachartikel oder Reportage verkauft Informationsassymetrien. Der Wert des Gutes liegt in der Unterschiedlichkeit des Wissens zwischen Rezipient und Konsument begründet.
  3. Contentgüter sind Erfahrungs- oder Vetrauensgüter

Dies macht es

  1. schwer aus Content ein Produkt zu kreieren und
  2. dafür auch noch Geld zu verlangen.

Was denn dann aber Content genau ist und wie man aus Inhalt Güter macht?

Bleiben Sie dran!

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