Der Mythos des digitalen Erfolges

Seit Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, wird erzählt, dass man mit dem Internet unfassbar reich werden kann. Dabei werden immer wieder die Millionäre des goldenen digitalen Zeitalters bemüht. Die Samwer-Brüder, Shane Fenning (Napster) oder auch Kevin Rose, den Gründer von Digg.com.  Und es darf natürlich Mark Zuckerberg nicht fehlen.

Leider werden in dieser Diskussion aus meiner Sicht immer zwei Dinge miteinander verwechselt. Es werden einige Investoren und einige Gründer reich, aber das hat nur selten etwas mit einem funktionierendem Geschäftsmodell zu tun.

Fast alle Plattformen und Angebote mit der Ausnahme von Google und in Deutschland XING, haben es nur zu temporären Ruhm und Erfolg gebracht. Unter dem Strich waren auch diese meist nicht rentabel.

Zudem wird häufig übersehen, dass eine ganze Menge an Geld in ähnliche Angebote zuvor geflossen ist, bevor es überhaupt dann zu der einen wirklich erfolgreichen Plattform kommen kann.

Im Suchmaschinen-Segement wird gerne vergessen, dass die Zeiten von 1996 bis 2002 eine Schwemme an Suchmaschinen-Firmen hervorgebracht hat, die von Katalogen (Yahoo) bis wirklichen Suchtechnologien (Lycos) viele Jahre den Markt auf Nutzerseite etabliert haben, bevor Google davon profitieren konnte und marktbeherrschend und auch wirtschaftlich erfolgreich wurde.

Zu den Marktentwicklern gehörten unter anderem Infoseek / Altavista / Lycos / Fireball.

Genauso profitiert Facebook heute davon, dass massenhaft andere den Markt der sozialen Netzwerke aufgebaut haben u.a. asmallworld, myspace, digg.com die VZ-netzwerke in Deutschland (wenngleich ein Facebook Klon) und viele weitere kleine und große Netzwerke.

Und auch Facebook ist auch nach sechs Jahren noch weit davon entfernt wirtschaftlich zu sein.

Bis Ende 2011 wurden bisher circa 3 Milliarden investiert und bisher wurde ein Gewinn von circa 2 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Dafür wurden aber 2012 wieder fast 2 Milliarden in den Kauf von Lizenzen von AOL und für den Kauf von Instagram ausgegeben.

Bereist im ersten Quartal 2012 sank der Gewinn auch wieder.

Das ganze ist nach wie vor ein Börsenspiel, bei dem ganz wenige profitieren und die meisten komplett von dem Glückspiel ausgeschlossen sind. Es geht nicht um langfristige wirtschaftliche Perspektiven, sondern um die Schaffung einer kurzfristigen Investment-Story.

Wer heute Aktien von Facebook kauft, muss darauf hoffen, dass der Umsatz und Gewinn mindestens 70 Jahre so weiterläuft wie bisher!

 

Aber bei der Börsenplatzierung geht es ja nicht darum Kleinanlegern an dem Wert des Unternehmens teilhaben zu lassen, sondern Geld einzusammeln, um es weiter investieren zu können und so den operativen Gewinn durch Wandlung von Kosten in Anlagevermögen bei damit erkauften Umsatz zu erhöhen und so wiederum durch den Verkauf weiterer Aktien und der Abschöpfung des operativen Gewinnes profitieren zu können.

Lycos, welches 2009 liqudiert wurde, hatte ebenfalls nur durch den Börsengang Gewinn erwirtschaftet .Für Anleger war die Aktie ein Totalverlust.

Aber google? Ja, google verdient Geld mit einer  rein digitalen Dienstleitung. Aber auch hier gilt, dass google die Ausnahme ist und nicht die Regel.

Im Internet verdient man Geld mit Glückspiel. Man muss Investoren finden und hoffen, dass die Story so gut ist, dass die eigenen Anteile richtig viel Wert werden und dann verkauft werden können!

Die Hoffnung mit der reinen Plattform, mit der Dienstleistung allein Geld verdienen zu können und so substantiell Stück für Stück wachsen zu können ist ein Mythos.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

Anmerkungen und vor allem Beispiele, die das Gegenteil belegen sind herzlich willkommen

 

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